Portrait

Geno-Scouts – Wegbegleiter und Berater

16.09.2026
Dr. Annika Reifschneider

Die Geno-Scouts sind im Jahr 2025 gestartet. Inzwischen beraten sie in mehreren Projekten potenzielle Genossenschaftsgründer. Wer sind die Geno-Scouts und weshalb haben sie diese Aufgabe übernommen?

Erfahrene Genossenschaftler wirken als Multiplikatoren und Botschafter für die genossenschaftliche Idee und stehen potenziellen Genossenschaftsgründern als regionale Ansprechpartner zur Verfügung. Das ist die Idee hinter den Geno-Scouts, die der BWGV im Jahr 2025 ins Leben gerufen hat.

Bereits sechs Projekte wurden von den Geno-Scouts vorgestellt. Dabei handelt es sich um die Begleitung von Projekten in ihren jeweiligen Regionen sowie sogar darüber hinaus. Darunter finden sich Initiativen zur Schaffung, Wiederbelebung, Umnutzung und Restauration von Kirchen, Bahnhöfen und historischen Gebäuden zu lebhaften Quartieren. Auch genossenschaftliche Modelle im Bereich der Unternehmensnachfolge stehen im Fokus der aktuellen Beratungen.

Wer sind die aktuellen Geno-Scouts?

Die derzeitigen Geno-Scouts kommen aus unterschiedlichen Branchen und spiegeln damit auch die Mitgliedervielfalt des BWGV wider.

Torsten Scholze ist ausgewiesener Experte für das genossenschaftliche Finanzwesen. Er verantwortet als Vorstandsmitglied der Volksbank Sulmtal eG die strategische Ausrichtung, die Marktfolge sowie die Repräsentation der Bank nach außen. Er absolvierte sein Studium an der DHBW Mosbach. Torsten Scholze betont in diesem Zusammenhang oft die Wichtigkeit der Verzahnung von Theorie und Praxis. In der Volksbank Sulmtal ist er bereits seit vielen Jahren fest verwurzelt. Seit 2014 ist er Vorstand der Bank.

Seine Schwerpunkte und sein Engagement beziehen sich auf:

  • Regionale Verankerung: Als Vorstand einer genossenschaftlichen Regionalbank setzt er sich stark für die Förderung der Mitglieder und die Unterstützung lokaler Projekte ein (z.B. Sportevents wie der Trollinger Marathon).

  • Digitalisierung: Er gilt als Befürworter von modernem Digital-Banking-Know-how, um die Bank zukunftsfähig aufzustellen, ohne dabei die persönliche Nähe zum Kunden zu verlieren.

  • Nachhaltigkeit: Unter seiner Leitung legt die Volksbank Sulmtal Wert auf eine krisenfeste und nachhaltige Unternehmensführung, wie sie für das genossenschaftliche Modell typisch ist.

Joost Bremer war zehn Jahre als Verbandsprüfer für den früheren WGV tätig. Er blickt auf eine langjährige Laufbahn im Bereich der genossenschaftlichen Verbundgruppe der Bäcker und Konditoren (BÄKO) zurück. Über Jahrzehnte prägte Bremer die strategische Ausrichtung verschiedener BÄKO-Regionalgenossenschaften. Ein zentraler Meilenstein war die aktive Gestaltung von Fusionsprozessen. Nach einer langjährigen Karriere verabschiedete er sich vor einiger Zeit aus dem aktiven Berufsleben, ist aber noch vielseitig engagiert in der Geno-Welt.

Seine Expertise und Schwerpunkte liegen im:

  • Krisenmanagement & Stabilität: Bremer galt während seiner aktiven Zeit als Fels in der Brandung, insbesondere bei der Bewältigung von Rohstoffpreisschwankungen und der Anpassung an veränderte Marktanforderungen.

  • Ehrenamtliches Engagement: Über seine operative Tätigkeit hinaus engagierte er sich in verschiedenen Gremien des genossenschaftlichen Verbunds, um die Interessen des backenden Handwerks auf regionaler und nationaler Ebene zu vertreten.

  • Werteorientierung: In seinen öffentlichen Auftritten und Veröffentlichungen betonte er stets den Kern des genossenschaftlichen Gedankens: Die Förderung der Mitglieder steht über der reinen Gewinnmaximierung.

Christian Skrodzki ist weit über seine Heimat, das Allgäu, hinaus als Antreiber für innovative Konzepte bekannt, die Wirtschaftlichkeit mit gesellschaftlichem Mehrwert verbinden. Er ist treibende Kraft hinter zahlreichen wegweisenden Projekten, wie der Leutkircher Bürgerbahnhof eG. Sie gilt bundesweit als Musterbeispiel dafür, wie Bürger Verantwortung für ihre Infrastruktur übernehmen können. Für ihn ist die Genossenschaft nicht nur eine Rechtsform, sondern ein Lebensmodell für das 21. Jahrhundert - weg von der reinen Gewinnmaximierung, hin zu einer „Wirtschaft für das Gemeinwohl“.

Schwerpunkte und Expertenstatus hat er in folgenden Bereichen:

  • Genossenschaftliche Beratung: Als Berater und Referent unterstützt Skrodzki Gruppen und Kommunen dabei, genossenschaftliche Modelle (z.B. Bürgerbräu, Dorfläden oder Wiederbelebung von ortsbildprägenden Gebäuden) von der ersten Idee bis zur rechtlichen Umsetzung zu begleiten.

  • Regionalentwicklung: Sein Fokus liegt auf der Stärkung des ländlichen Raums. Er ist über-zeugt, dass „Heimat“ aktiv gestaltet werden muss, um zukunftsfähig zu bleiben.

  • Netzwerk & Kommunikation: Er ist ein begnadeter Netzwerker, der Menschen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft an einen Tisch bringt. Zudem ist er als Buchautor und gefragter Redner zum Thema „Genossenschaften der neuen Generation“ tätig.

Wer kann Geno-Scout werden?

Zielgruppe für die Geno-Scouts sind ehemalige oder aktive Vorstände, Aufsichtsräte sowie Mitarbeitende von Genossenschaften oder Mitarbeitende des BWGV, die für die Rechtsform der Genossenschaft brennen.

In einem gemeinsamen Workshop tauschten sich die verantwortlichen BWGV-Mitarbeiter mit den ersten Geno-Scouts über die Rechtsform, mögliche genossenschaftliche Geschäftsmodelle und die einzelnen Schritte der Genossenschaftsgründung aus. Netzwerktreffen und Austauschformate sollen das Programm begleiten.

Sie haben Fragen zu den Geno-Scouts oder wollen selbst Geno-Scout werden? Ansprechpartner beim BWGV sind Dr. Annika Reifschneider und Dr. Michael Roth.

Ihre Ansprechpartner

Dr. Annika ReifschneiderMitgliederCenter
Dr. Michael RothGenossenschafts-Service