Portrait

Ganz nah am Käufer

01.07.2026
André Weltz

Der Weinkonsum ist seit Mitte 2025 dramatisch eingebrochen. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Weinerzeuger wie den Badischen Winzerkeller in Breisach. Eine Shopperstudie soll helfen, den Weinabsatz zu verbessern.

Die Badische Winzerkeller eG und die Marktforschungsgesellschaft Plan + Im- puls haben gemeinsam eine umfassende Wein-Shopper-Studie realisiert. Ziel war es, die reale Kaufentscheidung am Weinregal aus Sicht der Konsumenten wirklich zu verstehen.

Tiefenblick ins Weinregal

Um ein realistisches Bild der Kaufprozesse zu erhalten, umfasst die Studie zwei methodische Säulen. Zum einen gibt es die qualitativen Insights durch begleitete Einkäufe. In Lebensmitteleinzelhandel, Discount und Getränkefachmärkten wurden Käufer in realen Einkaufssituationen beobachtet und begleitet. Diese „Shop alongs“ geben Aufschluss über Fragen wie: Wie erfolgt die Orientierung am Regal? Welche Signale helfen bei der Suche oder lösen Kaufimpulse aus? Und welche Rolle spielen Herkunft, Preisstruktur und Verpackung in der Sortimentslogik? Zum anderen gibt es die quantitative Erhebung mit über 2.000 Wein-Käufern. Die repräsentative Befragung liefert unter anderem Zahlen und Fakten zu Kaufentscheidung, Kanalpräferenzen, Preissensibilität und zur Kommunikation am Weinregal sowie Qualitäts- und Herkunftswahrnehmung.

Antworten auf neues Konsumverhalten sind entscheidend

Mit den neuen Informationen ergibt sich für Winzer und Vermarkter die Chance, gemeinsam mit dem Handel stärker strategisch zu arbeiten. Die Verzahnung von qualitativen Beobachtungen und einer großen quantitativen Stichprobe ermöglicht erstmals ein vollständiges Bild über Kaufprozesse, Hindernisse und Chancen. Im Vordergrund stehen Impulse für Maßnahmen am Point of Sale und im Marketing. Die Studie gibt zudem praktische Empfehlungen, wie Regalarchitektur und Kommunikation zur Kaufentscheidung beitragen können. Der Badische Winzerkeller nutzt die Stu-die für zeitgemäße Sortimentsausrichtungen mit dem Handel. Für ihn sind die Antworten auf das neue Konsumverhalten entscheidend für die künftige Weinvermarktung.