Pressemitteilung

BWGV begrüßt Förderprogramm Weinbau

30.06.2026
Marcus Gernsbeck

Der BWGV begrüßt den von Ministerpräsident Cem Özdemir und Landwirtschaftsministerin Marion Gentges verkündeten Start des Förderprogramms Weinbau.

Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) begrüßt den heute von Ministerpräsident Cem Özdemir und Landwirtschaftsministerin Marion Gentges verkündeten Start des Förderprogramms Weinbau ausdrücklich. „Es ist ein wichtiges und richtiges Signal, dass die Landesregierung den Ernst der Lage erkannt hat und den Weinbau in Baden-Württemberg jetzt mit einer klaren Strategie und konkreten Maßnahmen unterstützt“, sagt BWGV-Präsident Dr. Ulrich Theileis. Die Weinwirtschaft befinde sich in der tiefsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Viele Weinbaubetriebe stünden trotz außerordentlichen Engagements, hoher Qualität und großer Leidenschaft für ihre Weine vor existenziellen wirtschaftlichen Herausforderungen. „Der BWGV wird sich konstruktiv im von Ministerin Gentges angekündigte Spitzengespräch beteiligen und seine Erfahrung aus der Begleitung der Winzer- und Weingärtnergenossenschaften aktiv einbringen“, so Theileis.

Der BWGV-Präsident macht deutlich: „Jetzt braucht es einen ehrlichen Blick auf die aktuelle und künftig zu erwartende wirtschaftliche Entwicklung sowie darauf aufbauend eine gemeinsame Zukunftsstrategie. Klar ist: Strukturelle Veränderungen werden und müssen Teil der Lösung sein, wenn wir den Winzerinnen und Winzern im Land langfristig eine wirtschaftliche Perspektive bieten wollen. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob sich der Weinbau verändern wird, sondern wie wir diesen Wandel selbstbestimmt, verantwortungsvoll und konstruktiv gestalten.“

Der BWGV begrüßt das Ziel der Landesregierung, zusammenhängende Rebflächen und wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftungseinheiten dauerhaft zu erhalten. „Genau hier leisten unsere Winzergenossenschaften seit Generationen einen unverzichtbaren Beitrag. Sie bündeln Kräfte, sichern Wertschöpfung, schaffen wirtschaftliche Stabilität und ermöglichen vielen Betrieben überhaupt erst eine Zukunftsperspektive. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich die Stärke des genossenschaftlichen Modells“, so Theileis.

Die Rotationsprämie könne einen wichtigen Beitrag leisten, den Markt zu entlasten, Bewirtschaftungsstrukturen zu stabilisieren und den Betrieben die notwendige unternehmerische Flexibilität zu geben. Ein weiteres wichtiges Instrument sei die geplante Förderung des freiwilligen Flächentauschs, um zusammenhängende Kerngebiete dauerhaft zu sichern und den bereits begonnenen Strukturwandel aktiv zu gestalten. Die von der Landesregierung in Aussicht gestellten Marketingmaßnahmen für heimische Weine seien ebenfalls ein ermutigendes Signal.

Jetzt komme es darauf an, dass alle Beteiligten Verantwortung übernehmen: Politik, Weinwirtschaft, Genossenschaften, Handel und die Verbände. BWGV-Präsident Theileis: „Gemeinsam müssen wir den Strukturwandel aktiv gestalten, anstatt ihn lediglich zu verwalten. Denn es geht um weit mehr als den Erhalt einzelner Betriebe. Es geht um unsere historisch gewachsenen Kulturlandschaften, die Vielfalt der regionalen Weinbautraditionen und eine Wertschöpfung, von der der gesamte Ländliche Raum profitiert.“

In Baden und Württemberg werden mehr als zwei Drittel der geernteten Weintrauben von Winzer- und Weingärtnergenossenschaften verarbeitet. Rund 100 Genossenschaften mit über 25.000 Mitgliedern sichern Wertschöpfung, Arbeitsplätze und den Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaften im Land. Theileis: „Wer den Weinbau in Baden-Württemberg erhalten will, muss die Genossenschaften als starken Partner des Strukturwandels konsequent einbeziehen.“

Ihr Ansprechpartner